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Gemeinde Buttenwiesen (Druckversion)

Die Schwaigen in der Pfaffenhofener Flur

Die Schwaigen in der Pfaffenhofener Flur

Das Donauried zwischen Blindheim, Pfaffenhofen und Donauwörth wird oft als Schwaigenwinkel bezeichnet. In diesem Landstrich liegen zahlreiche Einödhöfe, die sog. Schwaigen. Diese sind meist Gründungen des 13. Jahrhunderts.

Schwaige“ bedeutet „Weideplatz, Viehplatz“. Demnach handelt es sich bei Schwaigen um landwirtschaftliche Anwesen, die sich ähnlich wie die Alpen im Allgäu und die Almen in den oberbayerischen Alpen auf Viehzucht und Milchwirtschaft spezialisiert hatten.

Aus dem Milch der Kühe wurde der sog. Kreuzkäse gewonnen, der weit über die Region hinaus bekannt war. Der Käse ist es nach dem Kloster Hl. Kreuz in Donauwörth benannt, dem viele Schwaigen im Donauried gehörten. Dem Käse wurde daher ein Kreuz als Erkennungszeichen eingestempelt.

In der Pfaffenhofener Gemarkung gibt es zwei Schwaigen: die Ludwigsschwaige und die Bartlstockschwaige. Beide Schwaigen wechselten im Laufe ihrer Geschichte häufig ihren Namen. Meist orientierte sich die Benennung am Eigentümer. So sind die Ludwigsschwaige nach dem Vornamen eines ehemaligen Besitzers und die Bartlstockschwaige nach dem Schwaiger Bartholomäus Stock benannt.

Eine dritte Schwaige soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, die sog. Grashut. Es ist die südlichste und wahrscheinlich auch älteste Schwaige. Auf dieser Schwaige saß der Grasi (= schwäbisch für Grasheu). Dieser beaufsichtigte im Auftrag der Herrschaft die Grashut, eine großflächige Weidefläche, die sich weit ins Donauried erstreckte. Die Grashut-Schwaige befindet sich heute am Ortsrand von Pfaffenhofen (Bauerngasse 5) und wird daher nicht mehr als Schwaige wahrgenommen.

Neben den heute noch bestehenden Schwaigen sind in der Pfaffenhofener Flur zwei Schwaigen abgegangen, d.h. sie wurden von ihren Bewohnern verlassen. Heute künden nur noch Flurnamen von ihrer Existenz.

Die Andreas-Häusler-Schwaige fiel 1685 einem Donau-Hochwasser zum Opfer. Sie ist nach ihrem Vorbesitzer Andreas Häusler (Eigentümer von 1598 bis um 1640) benannt. Der dazugehörige Grund und Boden wurde der angrenzenden Ludwigsschwaige einverleibt.

Die Andreas-Berchtenbreiter-Schwaige ist ebenfalls nach einem ihrer Vorbesitzer benannt, der diesen Einödhof vor 1635 bewirtschaftete. Die Grundstücke dieser Schwaige wurden nach 1640 zur benachbarten Bartlstockschwaige geschlagen.

Der Almhof (ca. 1,5 Kilometer westlich von Pfaffenhofen) ist übrigens keine Schwaige, sondern eine relativ junge Gründung von 1904/09. Er wurde bis 1928 als genossenschaftlicher Hof der Zuchtverbandes für das schwäbische Fleckvieh betrieben. Die Bezeichnung Alm deutet an, dass ähnlich wie auf den Almen im Gebirge Jungviehzucht betrieben wurde.

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